Wunderwerk Plazenta

Liebe Mamis, im vorherigen Blog habt ihr vieles über die Plazenta gelesen, über den Aufbau, ihre Funktion und auch was z.B. im Tierreich mit ihr geschieht. Was die Menschheit mit der Plazenta macht, wird in diesem Blog etwas ausführlicher behandelt. Wir Menschen haben nämlich ein paar mehr Möglichkeiten als das Tierreich ;)

Die Plazenta versorgt dein Baby im Bauch mit allem, was es braucht. Nach der Geburt deines Babys stößt dein Körper die Plazenta ab, weil er sie nicht mehr benötigt. Aber was kannst du nun damit machen? Einige sind sehr beliebt und werden auch von vielen Promis gehypt. Andere sind total skurril und kaum vorstellbar.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, die je nach Kulturkreis und Vorliebe der einzelnen Personen attraktiv werden. Schau sie dir einfach mal an und überlege, ob dich etwas anspricht:

  1. Spenden für Forschungszwecke

Es gibt die allseits bekannte Möglichkeit, die Plazenta für die Forschung zu spenden. Im Netz werdet ihr unzählige (gemeinnützige Gesundheits-)Organisationen finden, die sich über eure Plazentaspende freuen. Am besten recherchiert ihr selbst dazu.

  1. Plazenta vergraben

Es ist ein uralter, weit verbreiteter Brauch und er ist in vielen Kulturen üblich. Wenn du in Deutschland wohnst, hast du ein Recht darauf, deine Plazenta nach der Geburt mit nach Hause zu nehmen. In Österreich z.B. ist das nicht so einfach möglich, es sei denn, du hattest eine Hausgeburt.

Der Brauch besagt, dass die Plazenta vergraben wird, an verschiedensten Orten mit unterschiedlichen Motivationen dahinter. Manche vergraben die Plazenta an der Türschwelle, andere an wichtigen Stellen auf dem Grundstück. Eine der beliebtesten Formen ist das Vergraben unter einem besonderen Baum oder das Pflanzen eines neuen Baumes auf der Plazenta. Wenn ihr aber keinen Garten habt, könnt ihr auch einen großen Topf nehmen und die Plazenta mit dem kleinen Lebensbaum für euer Baby dort hinein pflanzen.

  1. Essen

Wenn du den Mutterkuchen beim Wort nehmen möchtest, kannst du ihn auch essen. Viele Plazenta-Köche sind der Ansicht, dass diese Art der Verwendung die Natürlichste ist, weil viele Säugetiere im Tierreich ihre Plazenta ebenfalls fressen. Im Netz findest du einige Rezepte für Plazenta-Menüs. Der aktuelle Hype ist ein Plazenta-Smoothie, wie ihn einige Hollywood-Stars gerne zu sich nehmen.

Durch das Essen der Plazenta soll die Rückbildung deines Körpers schneller und besser klappen, mehr Milch soll produziert werden und deine Haut soll es auch noch schöner machen. Ein richtiger Alleskönner, die Plazenta. Wissenschaftlich ist es allerdings eine umstrittene Form der Verwendung, da die Plazenta auch einige Giftstoffe beinhaltet. Klar, sie hat dein Baby ja auch ganze neun bis zehn Monate versorgt und entgiftet.

  1. Stammzellen

Das Nabelschnurblut ist zum Wegwerfen viel zu schade. Darum möchten viele Eltern das Nabelschnurblut für die Zukunft einlagern, entweder für den privaten Gebrauch oder als öffentliche Spende. Im Internet findet ihr Institutionen, die diese Lagerung vornehmen.

Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass sich im Nabelschnurblut und im Plazentarestblut extrem viele der wertvollen Stammzellen befinden, die in der Lage sind, das blutbildende System wiederherzustellen. Die Stammzellen werden konserviert und können dadurch aufbewahrt werden (Kurzzeit- oder Langzeitlagerung möglich). Es können eine Fremdtransplantation oder eine Eigentransplantation stattfinden, aber auch Spenden an Familienmitglieder, das Stammzellregister und die Stammzellenforschung finden immer mehr Verwendung.

Der Vorteile von Nabelschnurblutstammzellen im Vergleich zu Stammzellen aus dem Knochenmark sind vielfältig. Risikoarme Gewinnung, sofortige Verfügbarkeit bei Langzeitlagerung, einfache Bereitstellung im Bedarfsfall, hohes Vermehrungspotential der Stammzellen... um nur ein paar Vorteile zu nennen. Bei den Nabelschnurstammzellen wurde sogar wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie nicht nur Blutzellen nachbilden können, sondern sich auch zu Nerven-, Muskel-, Knochenzellen und viele weitere entwickeln können.

Ihr seht, die Plazenta plus Nabelschnur(-blut) sind ein wahres Wunderwerk der Natur!

  1. Globuli und Pillen

Die Plazenta-Pille wird langsam zum Supertrend, nicht nur bei den Promis. Ähnlich wie bei der Herstellung der Globulis wird die Plazenta zuerst einmal gekocht, dann getrocknet und dann zu Pulver verarbeitet. Aus diesem Pulver werden dann die Pillen hergestellt.

Im Internet gibt es Anleitungen, wie man das Pulver selbst herstellen kann. Du kannst es aber auch gegen Geld professionellen Anbietern überlassen.

Auch Plazenta-Globuli werden ebenfalls immer beliebter. In meinem Blog (LINK) findest du nähere Infos darüber. Die homöopathischen Kügelchen werden in verschiedenen Potenzen angefertigt. Schon im Säuglingsalter könnt ihr eurem Baby die Globuli bedenkenlos geben. Denn durch den Herstellungsprozess werden die Keime, Erreger und Bakterien aus der Plazenta entfernt.

Ob nun Globuli oder Pille - Die Inhaltsstoffe der Plazenta soll die frisch gebackene Mama vor Babyblues schützen, die Milchproduktion ankurbeln, die Rückbildung unterstützen und das Baby vor Krankheiten schützen. Wissenschaftlich sind diese Vorteile allerdings nicht bewiesen.

  1. Plazenta-Schmuck

Noch nie davon gehört? Zugegeben, es ist auch eine etwas besondere Art der Erinnerung. Wem es gefällt, der kann sich aus Plazenta-Pulver ein Schmuckstück anfertigen lassen. Auf Instagram findest du bei der Bloggerin Irina doula weitere Infos dazu.

  1. Plazenta-Kunst

Für dieses etwas skurrile Ritual brauchst du entweder einen stabilen Magen oder eine künstlerisch veranlagte Person, die es für dich macht. Mit dem frischen, blutigen Organ werden Abdrücke auf Papier gemacht, die dann wie ein Lebensbaum aussehen. Diese Abdrücke kann man dann entweder als solche trocknen lassen oder nach Wunsch verzieren, aus- und anmalen. Auf Instagram unter dem Hashtag #placentaart findest du z.B. viele schöne Anregungen dazu. 

 

...und was passiert, wenn du gar nichts sagst?

Ganz einfach, dann wird die Plazenta zusammen mit den Eihäuten und der Nabelschnur im Krankenhaus über den Sondermüll entsorgt und verbrannt. Das sind übrigens die meisten Fälle in Deutschland.