Plazenta – der innere Lebensbaum

Liebe Mami, bestimmt hast du schon öfter einige Dinge über die Plazenta gehört. Als Mami weiß man, wo sie in etwa liegt und auch ganz grob, wofür sie da ist. Aber dann hört das gefährliche Halbwissen meistens auch schon auf. ;) Nicht schlimm, ich verrate dir ein paar nützliche Eckdaten zur Plazenta.

Was ist die Plazenta überhaupt?

Die Plazenta, auch Nachgeburt oder Mutterkuchen genannt, kann sehr individuell und unterschiedlich in Größe und Form sein. Im Schnitt ist dieses Organ ca. 500-600 g schwer und zwischen 15-20 cm groß. Die Plazenta wird ca. 20-30 min. nach der Geburt deines Kindes geboren. Sie wird immer von den Ärzten/ Hebammen angeschaut und auf ihre Vollständigkeit hin überprüft.

Beim Abnabeln, einem sehr wichtigen Prozess in der Geburt, lässt man die Nabelschnur wenn möglich auspulsieren. Dadurch bekommt dein Baby nochmal ganz viele rote Blutkörperchen und sein Eisenspeicher wird aufgefüllt. Achte allerdings darauf, welche Blutgruppe du hast. Solltest du Rhesusfaktor negativ sein, ist das Auspulsieren nicht optimal, da dein Baby eine stärkere Neugeborenen-Gelbsucht entwickeln kann.

Wie ist die Plazenta aufgebaut?

Stelle dir die Gefäße der Plazenta wie die Wurzeln eines Baumes vor, darum auch der Name „innerer Lebensbaum“. Die Gefäße der Plazenta (und auch der Nabelschnur) sind in das Bindegewebe eingebettet, das das Abbluten verhindert. Die Fruchtblase oder Fruchthöhle, in welcher dein Baby mit der Plazenta wohnt, besteht aus zwei Eihäuten. Ohne die Plazenta könnte dein Baby nicht versorgt werden.

Die Plazenta wächst nicht immer an der gleichen Stelle der Gebärmutterwand an, sondern kann unterschiedliche Positionen haben. Es kommt darauf an, wo sich die befruchtete Eizelle einnistet. Es gibt die Vorderwand-Plazenta, die Hinterwand-Plazenta und die problematische Form der Plazenta Praevia. Bei dieser Form verdeckt die Plazenta den Muttermund teilweise oder sogar vollständig. Wenn du wissen möchtest, wie deine Plazenta liegt, frage einfach deinen Gynäkologen beim nächsten Besuch.

Die Nabelschnur muss nicht immer mittig angewachsen sein; es kann auch vorkommen, dass sie seitlich ist. In der Nabelschnur verlaufen keine Nerven, das ist der Grund, weshalb das Abnabeln auch schmerzfrei ist. Deine Plazenta ist mit der Nabelschnur verbunden. Die Nabelschnur besteht aus zwei Arterien und einer Vene; durch die Arterien fließt das sauerstoffarme Blut, durch die Vene das sauerstoffreiche. Also genau andersherum wie beim geborenen Menschen.

Und dann gibt es da noch die sogenannte Plazentaschranke. Damit sind mehrere Zellschichten gemeint, die den mütterlichen vom kindlichen Kreislauf trennen. Keine Sorge, das ist nichts Schlechtes, sondern etwas, das die Natur gut eingerichtet hat. Denn die Plazentaschranke kontrolliert neben der Trennung der Kreisläufe auch den Gas- und Stoffaustausch.

Was für Funktionen hat die Plazenta?

Die Plazenta dient in erster Linie der Versorgung deines ungeborenen Kindes. Um dein Baby ideal versorgen zu können, müssen aber die Plazenta, die Fruchthöhle, die Nabelschnur, die Eihäute und der mütterliche sowie der kindliche Kreislauf miteinander harmonieren. Alle müssen sich sozusagen miteinander und aufeinander abstimmen, um eine stabile Versorgung anbieten zu können.

Was passiert mit der Plazenta im Tierreich?

Vielleicht hast du dir schon gedacht…? Im Tierreich wird die Plazenta wie selbstverständlich von vielen Säugetier-Müttern gefressen. Das hat einen praktischen Grund: die Spuren des frisch geborenen Nachwuchses sollen dadurch verwischt werden, um keine Raubtiere anzulocken.

Was ist eine Lotus-Geburt?

Bei der Lotus-Geburt wird das Kind mit der Nabelschnur und der Plazenta geboren. Das Besondere daran ist, dass die Nabelschnur nicht abgeklemmt wird und auch die Plazenta weiter mit dem Baby durch die Nabelschnur verbunden bleibt. Ziel ist eine natürliche Abnabelung, die zwischen drei und zehn Tagen dauern kann.

Es ist ein Geburtsritual, das dem Baby einen möglichst sanften Start ins Leben ermöglichen möchte.