Kaiserschnitt – leider schon Routine?

"Liebe Mamas, das Thema dieses Blogs ist heiß diskutiert und hoch umstritten bei den Meisten: der Kaiserschnitt. Jede weiß in etwa, worum es sich bei einem Kaiserschnitt handelt. Viele Mamas haben eine Vorstellung davon, wie sie ihr Baby auf die Welt bringen wollen: bei einigen Mamas ist der Favorit der Kaiserschnitt. Ich möchte euch in diesem Blog ein paar Fakten über den Kaiserschnitt geben. ..."

Früher war der Kaiserschnitt eine absolute Ausnahme. Heute ist es fast schon etwas Besonderes, wenn die Babys auf natürlichem Wege zur Welt kommen. Fast jede dritte Geburt findet in Deutschland per Kaiserschnitt statt. Es ist der am häufigsten bei Frauen angewandte chirurgische Eingriff. Nachdem die Kaiserschnittquote von 15,3% im Jahre 1991 auf 29,1% 2018, stark gestiegen ist, wurde nun erstmals eine Leitlinie für Kaiserschnitte erstellt. Die von 18 medizinischen Fachgesellschaften S3 – Leitlinie, ist von höchster wissenschaftlicher Qualität. In diesem Schreiben handelt es sich um Risiken und Nutzen dieser Entbindungsart. Das Resultat ist, die vaginale Geburt ist in den allermeisten Fällen nach einer unkomplizierten Schwangerschaft die beste Option. Es sollte also nur ein Kaiserschnitt erfolgen, wenn Mutter und/ oder Kind gefährdet sind.

Viele Frauen tendieren dazu, nach einer nicht natürlichen Geburt, ein weiteres Kind auf demselben Wege zur Welt zu bringen. Die neu erstellte Leitlinie, ist zwar nicht eindeutig, dennoch wird es laut Autoren des Werks für die meisten als sicher eingestuft. Dies sollte also kein Grund für eine erneute Geburt derselben Art sein.

Wenn wir das Wort „Beckenendlage“ hören, denkt der Großteil vermutlich an die Geburt mit dem Skalpell. Das wäre vielleicht der einfachste Weg, doch ist dies keine zwingende Indikation. Jedoch ist hierbei eine Beratung in einer erfahrenen Klinik wichtig.

Leider ist es so, dass die Krankenkassen Entbindungen per OP höher vergüten als natürliche.

Was die Kaiserschnittquote natürlich nicht begünstigt.

Viele behaupten außerdem, dass diese Art von Geburt keine langfristigen Folgen hat, womit sie leider unrecht haben. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass zum Beispiel die Bakterien Flora bei einem Kaiserschnitt, nicht auf das Baby übertragen wird. Dieses Mikrobiom unterscheidet sich auch noch nach Jahren von dem per natürlich geborener Kinder. Dies äußert sich beispielsweise durch Adipositas und Allergien. Es zeigt sich auch, dass der Aufbau einer guten Mutter – Kind – Beziehung einfacher ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die optimale Kaiserschnittquote auf 10%, das sind nur 1/3 der aktuellen Quote.

Jetzt stellt sich bei ganz vielen mit Sicherheit die Frage, was der Grund für diese häufige Entbindungsart ist. Beantworten kann sich diese Frage auch nicht die neue Leitlinie. Was aber anhand von Datenanalysen zu erkennen ist, ist dass es regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands gibt. So gibt es im Osten deutlich weniger Kaiserschnitte als im Westen.

Erschreckend ist, dass nur 10% aller Kaiserschnitte aufgrund zwingender medizinischer Gründe vorgenommen werden. Das ist der Fall, wenn beispielsweise die Gebärmutter zu reißen droht, die Plazenta den Geburtskanal verschließt oder wenn das Baby in Querlage liegt. Die Gründe für die übrigen 90% sind, auffällige Herztöne des Kindes, ein verlangsamter Geburtsverlauf oder ein Kaiserschnitt bei einer vorangegangenen Geburt.

Die Sterblichkeit von Mutter und Kind, wird schon bei einem Anteil von 10% gesenkt. Außerdem hat diese Entbindungsart keinen positiven Einfluss mehr auf die mütterliche und kindliche Mortalität. Es gibt also viele Gründe, weshalb die Kaiserschnittrate sinken sollte. Die neue Leitlinie besagt: „Kaiserschnitte nur so oft wie nötig und so selten wie möglich.“

Außerdem gibt es doch keinen schöneren Schmerz auf dieser Welt, als der, dessen Sinn ein neues Leben ist, was man in der ersten Sekunde auf der nackten Brust hält.