Erstes Stillen – Voller Liebe

Liebe Mami, endlich ist die Geburt geschafft und du darfst dein Baby in den Armen halten, es anschauen, bewundern und kuscheln! Diesen magischen Moment genießen, als neue Familie. …und dann kommt dein natürlicher Wunsch, dein Baby zu stillen.

Stillen ist einer der schönsten, intimsten und liebevollsten Sachen der Welt, aber auch anstrengend und neu für euch. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, um euch kennen zu lernen und eure Stillmomente genießen zu können.

 

Ein gesundes Neugeborenes ist ganz hellwach und neugierig. Nach ca. 20 Min. fängt es ganz von alleine an die Brust zu suchen. Wenn du dein Baby auf der Brust hast und du deinem Baby genügend Zeit gibst, würde es irgendwann aus eigener Kraft ganz von alleine andocken, da es die Muttermilch riecht. Das ist bei allen Säugetieren ein völlig natürlicher Reflex.

 

Jedes Baby bringt von Geburt an seine eigene Persönlichkeit mit. Seine ersten eigenen Charakterzüge merkst du als Mami somit schon beim ersten Stillen. Manche Kinder sind sehr zaghaft und lecken erstmal die Brustwarze ab, bevor sie mit dem Saugen beginnen. Andere Babys wiederum docken gleich kraftvoll an und saugen los. Beide Varianten sind natürlich in Ordnung, denn es ist nicht wichtig, dass dein Baby schnell und viel an der Brust trinkt. Lasst euch die Zeit, die IHR braucht!

 

Der Magen eines Neugeborenen ist noch sehr klein. Er kann noch nicht so viel fassen, nur ca. 5ml. Stell dir vor, der Magen ist in etwa so groß wie eine Murmel. Darauf ist die Milchmenge abgestimmt. Die erste Milch wird Kolostrum (Vormilch) genannt und kommt tröpfchenweise aus der Brust. Sie ist sehr gelblich/ leicht orange von der Farbe. Diese Milch sollte wie Gold behandelt werden, da sie soooo wertvoll ist. Sie enthält große Mengen Antikörper - ca. 80x mehr als die reife Muttermilch, also die Milch nach dem Kolostrum. Außerdem enthält sie Wachstumsfaktoren und fördert die Entwicklung des Verdauungstrakts. Die Vormilch wirkt tatsächlich wie eine Impfung!

 

Manchmal braucht es ein wenig mehr Zeit, bis dein Baby auf der Welt angekommen ist. Somit braucht es auch etwas mehr Zeit bis ihr mit dem ersten Stillen beginnen könnt. Wenn du vielleicht einen Kaiserschnitt hattest oder die Geburt sehr anstrengend war und du noch vermehrt Schmerzen hast, dann lasse dir ruhig ein stillverträgliches Schmerzmittel geben. Es ist kein Stillhindernis, es verzögert das erste Stillen nur etwas.

 

Natürlich kann man mit dem Wiegen, Messen und der Untersuchung warten, da ihr euch erstmal als neue Familie kennenlernen sollt.

 

Lasst euch Zeit, kuschelt und schmust viel. Habt viel Körperkontakt und genießt einfach euer Zusammensein. Du wirst merken, dass dein Baby irgendwann ganz von allein anfängt zu suchen, zu schmatzen und seine Händchen in den Mund zu nehmen