Was sich beim zweiten Kind wirklich ändert Teil 1

Was sich beim zweiten Kind wirklich ändert

 

Wenn man das zweite Mal Nachwuchs bekommt kann, man sich sicher sein, dass einem früher oder später so typische Sätze begegnen wie: „Das zweite läuft einfach mit“ oder „die zweite Schwangerschaft läuft so nebenher“. Grund genug für mich, einmal darüber nachzudenken, wie das für mich persönlich denn nun wirklich war mit dem zweiten Kind.

 

Schwangerschaft

Da meine erste Schwangerschaft wirklich super war, dachte ich, so schön kann es bestimmt nicht mehr werden. Tatsächlich konnte ich sie jedoch mindestens genauso sehr, wenn nicht noch mehr genießen. Grund hierfür war vielleicht, dass ich dieses Mal alles viel früher wahrgenommen habe. Ich merkte früher, dass ich schwanger bin, spürte die ersten Tritte deutlich eher und auch der Bauch wuchs schneller. Nur diese bleierne Müdigkeit, vor allem am Anfang, war mir vom letzten Mal irgendwie nicht mehr in Erinnerung. Zum Glück konnte ich an meinen freien Tagen den Mittagschlaf meiner großen Tochter nutzen ;) Überhaupt war es wunderschön zu sehen, wie die zukünftige große Schwester fasziniert den wachsenden Bauch beobachtete und sich auf ihr Geschwisterchen freute. Alle anderen freuten sich auch über unsere erneute Ankündigung. Aber irgendwie scheint eine zweite Schwangerschaft weit weniger Begeisterung bei Freunden und Verwandten auszulösen. Für uns Eltern galt das aber ausdrücklich nicht. Obwohl - oder gerade weil?! - wir schon ein bisschen wussten, was auf uns zukommt, war die Vorfreude und Spannung genauso groß wie beim ersten Mal. Da ich dieses Mal nur in Teilzeit gearbeitet habe, hatte ich auch wesentlich mehr Zeit, mich auf mich und das wachsende Wunder zu konzentrieren.

Während ich die erste Schwangerschaft ohne ein einziges Wehwehchen erleben durfte, merkte ich dieses Mal schon deutlich, was so ein Baby im Bauch mit dem Beckenboden macht...irgendwie alles ein bisschen „lommelig“. Da meine beiden Töchter allerdings auch nur zwei Jahre auseinander sind, ist das wahrscheinlich auch nicht weiter verwunderlich. Auch hatte ich etwa ab der 30. Woche immer mal wieder einen harten Bauch und leichte Wehen, ab der 34. Woche einen leicht geöffneten Muttermund. Das kam bestimmt daher, dass ich meine große Tochter ständig in der Gegend rumgetragen habe und es mir schwerfiel, mich an der Stelle etwas zurückzuhalten. Da ich aber gern möglichst lange schwanger sein wollte, musste ich es dann doch ein kleines bisschen langsamer angehen lassen. Genießen konnte ich die Zeit trotzdem und ich habe es dann auch tatsächlich bis zur 38. Woche geschafft.

Geburt

Ich finde, als Eltern wird man mit der Geburt eines Kindes in ein großes, faszinierendes Geheimnis eingeweiht. Ich würde ja gerne sagen, dass es beim zweiten Mal noch genauso faszinierend und geheimnisvoll ist. Für mich persönlich war es das aber nicht unbedingt. Es war wunderschön, fühlte sich aber doch eher ein bisschen nach Routine an, so verrückt wie das klingt. Ich muss aber fairerweise dazu sagen, dass die Geburt unserer ersten Tochter mich so nachhaltig beeindruckt hat, dass ich noch Wochen und Monate danach Gänsehaut bekommen habe, wenn ich nur am Krankenhaus vorbeigefahren bin. Ich kann die Gefühle von damals fast nicht in Worte fassen, die Latte hing also extrem hoch. Ich war so neugierig, welchen Weg unsere zweite Tochter sich aussuchen würde, aber im Prinzip lief die zweite Geburt komplett identisch zur ersten, nur noch ein bisschen schneller. Für mich sogar tatsächlich ein wenig zu schnell…klingt bekloppt, ich weiß, aber als mir kurz vor Mitternacht die Fruchtblase platzte, wusste ich bereits vom letzten Mal, dass es nun etwa eine Stunde dauern würde, bis die ersten Wehen einsetzen. Ich ging also nochmal in Ruhe duschen, checkte die Kliniktasche und legte mich wieder hin, bis es Zeit wurde, ins Krankenhaus aufzubrechen. Schon in die erste Geburt ging ich mit einem sehr guten Gefühl und auch dieses Mal war ich voller Vertrauen, dass mein Körper mir schon sagen würde, was zu tun ist. Und so war es dann auch. Um etwa 5 Uhr morgens kamen wir im Krankenhaus an und kurz nach halb 7 erblickte Wunder Nummer 2 das Licht der Welt. Erledigt, geschafft, Haken dran. Aber ich will mich auf gar keinen Fall beschweren, denn ich hatte das große Glück, zwei tolle und völlig komplikationslose Geburten zu erleben und ich weiß, dass mich viele Frauen darum beneiden würden.

Beim ersten Anblick unseres süßen kleinen Mädchens wurde ich dafür überrollt von einer Welle der Mutterliebe und musste sogar ein kleines Tränchen vergießen. Darauf musste ich beim ersten Mal doch etwas länger warten.